Mit dem Hamburger Fußballverband hat der erste Fußballverband in Deutschland die Saison 2020|21 endgültig abgebrochen. Bereits in den vergangenen Wochen hatte sich diese Entscheidung im Norden Deutschlands abgezeichnet. Endgültig beschlossen wurde dies nun am Donnerstag, den 04. März, auf einem außerordentlichen Verbandstag, auf dem sich eine große Mehrheit für den Abbruch der laufenden Spielzeit aussprachen.
Durch die Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch, den 03. März, gab es für den Amateurfußball nur bedingt gute Neuigkeiten. Zwar ist eine Rückkehr auf den Platz in Kleingruppen demnächst unter bestimmten Voraussetzungen wieder möglich, an einen geordneten Spielbetrieb ist aber in naher Zukunft noch nicht zu denken. Auch deshalb hatte der Hamburger Fußballverbands zu einem außerordentlichen Verbandstag geladen, auf dem dann die Entscheidung fiel, dass die Saison 2020|21 ohne Auf- und Absteiger abgebrochen wird. Alle Mannschaften bleiben unabhängig vom bisherigen Tabellenstand in ihrer aktuellen Liga.
Ganz anders hat sich derweil der niedersächsische Fußballverband positioniert. Der NFV hat nach den Bund-Länder-Beschlüssen deutlich mehr Hoffnung, die laufende Spielzeit auf sportlichem Wege zu beenden. „Unser Ziel war und ist, die Saison in allen Altersklassen sportlich zu beenden. Durch die verfassten Beschlüsse besteht Hoffnung und Zuversicht, dieses Ziel erreichen zu können. Der NFV wird aber auch weiterhin an der Praxis festhalten, sich an der jeweiligen politischen Verfügungslage zu orientieren“, erklärt NFV-Präsident Günter Distelrath und betont, dass Fußballspielen im Freien mit einem zuvor durchgeführten Schnell- oder Selbsttest ab dem 22. März und ohne diesen Test ab dem 05. April wieder möglich wäre, wenn der Inzidenzwert stabil zwischen 50 und 100 liegt.
Der Verbandsvorstand des niedersächsischen Fußballverband hat sich daher darauf verständigt, in den Spielklassen, in denen es notwendig ist, eine Saisonverlängerung über den 30. Juni hinaus bis maximal an den Beginn der Sommerferien am 21. Juli zuzulassen. „Damit folgen wir dem mit den spieltechnischen Fachausschüssen in den Kreisen erhobenen Meinungsbild. Dabei hatten sich über achtzig Prozent für die optionale Verlängerung des Spieljahres ausgesprochen“, stellt der NFV klar.
Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen hat derweil noch nicht auf die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse in Bezug auf den weiteren Verlauf der Saison 2020|21 reagiert. Manfred Schnieders, Vize-Präsident des FLVW, hatte in der Vergangenheit stets betont, am geplanten Saisonende, das für den 30. Juni vorgesehen ist, festhalten zu wollen. Grundsätzlich verfolgt der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen den Ansatz, bis zum 30. Juni in möglichst allen Ligen mindestens fünfzig Prozent aller durchzuführenden Spiele zu absolvieren, um so gemäß der Durchführungsbestimmungen Auf- und Absteiger ermitteln zu können.