Der Schiedsrichterausschuss des Fußballkreises Hochsauerland sucht Nachwuchs-Schiedsrichter und hat dazu aufgerufen, dass sich Interessierte beim Ausschussvorsitzenden Markus Isenberg melden. Demnach findet ab Freitag, den 17. März, ein neuer Anwärterlehrgang statt. Der Austragungsort wird anhand der Anmeldungen für den Kurs festgelegt. Ein gutes Beispiel, wie weit man es als Schiedsrichter in jungen Jahren schaffen kann, ist Ben Gödde. Der 18-jährige Schüler aus Scharfenberg, der in diesem Jahr sein Abitur machen wird, leitet bereits Spiele in der Bezirksliga und steht in Westfalenligapartien als Schiedsrichterassistent an der Seitenlinie.
Auch für Ben Gödde begann alles mit einem Anwärterlehrgang, an den er gute Erinnerungen hat: „Für mich war der Anwärterlehrgang ein guter Einstieg in die Schiedsrichterei, denn man bekommt vor allem das theoretische Wissen über sein zukünftiges Hobby vermittelt. Außerdem lernt man Sachen über sein Hobby Fußball kennen, von denen man vorher noch keine Ahnung hatte und sich keine Gedanken gemacht hat. Außerdem hat die Erarbeitung der Regeln mit dem Lehr-Team und den anderen Teilnehmern sehr viel Spaß gemacht, sodass man viel gelernt hat und gut vorbereitet in seine ersten Spiele gegangen ist.“
Das Interesse für Fußball im Allgemeinen war bei Ben Gödde schon seit früher Kindheit vorhanden. Beim Fußballgucken hat er dann irgendwann begonnen, auf den Schiedrichter zu achten und gefallen daran gefunden: „Ich habe schon immer gerne Entscheidungen getroffen und diese auch nach außen hin vertreten. Mit zwölf Jahren habe ich mich dazu entschieden, einen Schiedsrichter-Anwärterlehrgang zu besuchen, um daraufhin selbst Spiele zu leiten.“
Der Scharfenberger hat bis zur U19 selbst aktiv Fußball gespielt, konzentriert sich aber mittlerweile voll und ganz auf das Dasein als Schiedsrichter – und das mit Erfolg. Die praktischen Erfahrungen helfen ihm nach eigener Aussage, um sich in manchen Situationen besser in die Spieler hineinzuversetzen. Dass man sich mit erst 18 Jahren gegen gestandene Bezirksligaspieler durchsetzt, die teils doppelt so alt sind, ist nicht selbstverständlich. Trotzdem gelingt ihm das.
Ben Gödde: „In meinem Fall spielt natürlich die Größe eine extrem wichtige Rolle, da ich dadurch zum einen älter aussehe als ich bin und zum anderen die körperliche Größe immer ein Vorteil ist, sich besser durchzusetzen. Allerdings hilft auch dabei der Anwärterlehrgang, da man dort viele Tipps vermittelt bekommt. Da man dann auch bei den ersten Spielen begleitet wird, bekommt man weitere hilfreiche Tipps und bespricht zusammen Situationen aus dem Spiel. Dabei spielt dann zum Beispiel eine Rolle, wie man gewisse Entscheidungen nach außen präsentiert und wie man mit den Spielern umgeht.“
Auch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Schiedsrichtern wie Matthias Gerlach ist für ihn sehr wertvoll: „Die Erfahrung, die man in den Spielen sammelt, in denen man zum Beispiel in höheren Klassen als Assistent mitfährt, ist besonders wichtig und hilfreich, da man sich dort viel abschauen kann und lernt, wie man mit bestimmten Situationen umgehen sollte. Aber auch die Möglichkeit, dass Matthias Gerlach bei meinen Spielen mitfährt und mir im Nachgang Tipps gibt, wie ich meine Leistung noch verbessern und ausbauen kann, hilft natürlich enorm.“
Derzeit befindet sich Ben Gödde im Kader für einen möglichen Aufstieg in die Landesliga. Seine Schiedsrichterkarriere steht aber mit 18 Jahren noch immer am Anfang. „Mein Ziel für die laufende Saison ist erst einmal den Aufstieg in die Landesliga zu schaffen. Mein langfristiges Ziel ist, so hoch wie möglich zu pfeifen. Dadurch, dass ich noch so jung bin, sind nach oben erstmal noch alle Möglichkeiten offen“, schildert der Scharfenberger.
Der Mangel an Schiedsrichtern ist allseits bekannt und ohne sie geht es nicht. Es müssen Maßnahmen getroffen werden, um dem entgegenzuwirken. Das bekräftigt auch Ben Gödde: „Ich glaube, dass es wichtig ist, dass man auf junge Leute zugehen sollte und ihnen erklärt, was die Schiedsrichterei so besonders macht. Es ist wichtig, genug Schiedsrichter zu haben, um für jedes Spiel einen Schiedsrichter einzuteilen, damit diese auch sportlich und fair verlaufen. Außerdem sind die Chancen als Schiedsrichter in höhere Spielklassen zu gelangen viel höher als als Spieler. Zudem darf man natürlich auch den finanziellen Punkt nicht außer Acht lassen, denn im jungen Alter ist es ein guter Zusatzverdienst zum Taschengeld. So kann man also durch sein Hobby noch ein wenig Geld dazuverdienen.“
Wie man es machen kann, zeigt der TuS Sundern mit seiner Schiedsrichterkampagne „Anpfiff“. „Vier neue Jungschiedsrichter kann der TuS Sundern nun in den eigenen Reihen begrüßen. Allesamt sind sie auch Spieler der Röhrtalschmiede und möchten neben ihrer Spielertätigkeit nun auch an der Pfeife Verantwortung übernehmen. Phil Puppe und Thomas Aust nahmen bereits im Oktober an einer Schulung in der Sportschule Kaiserau teil. Leon Çeliku und Julius-Philip Junker nutzten die Chance des Fußballkreises Arnsberg Anfang Februar und pfeifen ebenfalls ab sofort. Alle vier Jungschiedsrichter befinden sich im Alter von 12 bis 14 Jahren und sind sich ihrer verantwortungsvollen Aufgabe bewusst. Um die jungen Schiedsrichter zu unterstützen, steht ihnen der TuS Sundern in Person von Michael Zimmer mit Rat und Tat zur Seite“, teilt der TuS in einer Pressemitteilung mit.
Details zum neuen Anwärterlehrgang gibt Markus Isenberg bekannt: „Der Schiedsrichter-Anwärterlehrgang beginnt am 17. März und umfasst 20 Stunden. Die weiteren Termine für den Lehrgang werden zusammen mit den Teilnehmern im Vorfeld vereinbart. Ein Mindestalter von zwölf Jahren, Mitglied in einem Fußballverein im Hochsauerland und natürlich Freude am Fußball sind die Voraussetzungen, die jeder mitbringen muss. Der Lehrgang endet mit einem Regeltest und einer Laufprüfung. Nach bestandener Prüfung werden die neuen Schiedsrichter schon bald mit ihren ersten Spielleitungen beauftragt. Alle neuen Schiedsrichter bekommen bei ihren ersten Spielen einen erfahrenen Schiedsrichter als Paten zur Seite gestellt. Es ist sehr wichtig, die meist jungen neuen Schiedsrichter auch in der Praxis bei ihren Spielen zu unterstützen.“ Interessierte können sich bei Markus Isenberg unter 0170 / 96 448 76 melden.