Beim SC Neheim ist trotz der Corona-Pandemie aktuell viel in Bewegung. In den vergangenen Monaten wurde der Kunstrasenplatz im Neheimer Binnerfeldstadion erneuert und zudem eine neue Tribüne errichtet, die gemeinsam mit dem neuen Grün am Sonntag, den 08. August, im Rahmen des fünfzigjährigen Vereinsjubiläums eingeweiht wurde. Zugleich wirft neben dem Meisterschaftsstart aber auch die Jahreshauptversammlung des Westfalenligisten ihre Schatten voraus, auf der es einige personelle Veränderungen im Vorstand geben wird. match-day.de sprach mit Neheims sportlichem Leiter Udo Borggrewe unter anderem über die bevorstehenden Wahlen, seine persönliche Zukunft und die sportlichen Ziele in der Saison 2021|22.
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match-day.de: Der SC Neheim hat in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass es auf der für den 03. September terminierten Jahreshauptversammlung personelle Veränderungen im Vorstand geben wird. Ilja Keller soll Paul Senske als ersten Vorsitzenden beerben, André Bange die Nachfolge von Hans-Georg „Tua“ Schweineberg als zweiter Vorsitzender antreten und Nils Dorsch die Geschicke von Uli Dohmann als Hauptgeschäftsführer übernehmen. Kann man das als Umbruch bezeichnen?
Udo Borggrewe: „In jedem Fall sind es große Veränderungen an der Spitze des Vorstands, die nach Jahrzehnten allerdings auch einfach nötig sind. Paul Senske war nun 25 Jahre lang erster Vorsitzender, „Tua“ Schweineberg sogar noch länger zweiter Vorsitzender. Vor allem „Tua“ Schweineberg war in der Vergangenheit so etwas wie der „Mr. SC Neheim“, hat unglaublich viel für den Verein getan und wird nur sehr schwer zu ersetzen sein. Der aktuelle Vorstand wird den SC Neheim auf soliden Füßen und als intakten Verein an den neuen Vorstand übergeben. Ich wünsche dem neuen Vorstand viel Glück und hoffe, dass er auch bei den Auswärtsspielen Flagge zeigt und den SC entsprechend vertritt, wie es der alte Vorstand über Jahre getan hat.“
Neheims Kapitän Oliver Busch (links) überreicht „Tua“ Schweineberg eine eingerahmte Collage zum 75. Geburtstag im Juli 2021. Foto: SC Neheim
match-day.de: Dass ein Verein wie jetzt der SC Neheim die Wunschkandidaten für die neu zu besetzenden Ämter im Vorfeld einer Jahreshauptversammlung namentlich nennt, ist im Hochsauerland eher ungewöhnlich. Umso mehr überrascht aber, dass Ihr Name dort gar nicht auftaucht. Daher die Frage: Wie sieht die persönliche Zukunft von Udo Borggrewe als sportlicher Leiter des SC Neheim aus?
Udo Borggrewe: „Da das Amt des sportlichen Leiters beim SC Neheim kein Wahlamt ist, ist es richtig, dass mein Name im Zusammenhang mit den Neuwahlen bei der Jahreshauptversammlung nicht fällt. Allerdings hat sich der designierte Vorstand bislang noch nicht bei mir gemeldet, sodass ich davon ausgehe, dass Ilja Keller und André Bange als zukünftige Vorsitzende andere Pläne haben und meine Mitarbeit als sportlicher Leiter nicht länger gefragt ist.“
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match-day.de: Das würde bedeuten, dass Ihre Tätigkeit beim SC Neheim nach zehn Jahren in Kürze enden wird. Wie blicken Sie auf diese Zeit zurück?
Udo Borggrewe: „Sehr positiv, denn wir haben in dieser Zeit auch viel erreicht. Im Grunde war die Verpflichtung von Alex Bruchhage als Trainer im Jahr 2012 meine erste Amtshandlung in Zusammenarbeit mit dem damaligen Vorstand. Seitdem haben Alex Bruchhage und ich Jahr für Jahr die Kaderplanung übernommen und die Mannschaft für die einzelnen Saisons immer wieder aufgestellt. Wenn die Harmonie zwischen Alex Bruchhage und mir nicht gepasst hätte, wären wir in den vergangenen Jahren einerseits nicht so erfolgreich gewesen, andererseits hätten sich aber auch die Wege zwischen uns beiden irgendwann getrennt. Da es dazu nie gekommen ist und wir zuletzt Tabellenzweiter in der Westfalenliga Staffel 2 geworden sind, waren es für mich rückschauend zehn erfolgreiche Jahre als sportlicher Leiter des SC Neheim.“
Udo Borggrewe (links) im Gespräch mit Alex Bruchhage beim Trainingsauftakt der Saison 2019|20. Foto: Rico Schulte
match-day.de: Sie haben Alex Bruchhage bereits angesprochen. Wenn nun Ihre Zeit als sportlicher Leiter des SC Neheim endet, wird auch Alex Bruchhage in seine letzte Saison beim Westfalenligisten gehen?
Udo Borggrewe: „Ich kann nicht für Alex Bruchhage sprechen, denn das ist ganz allein seine Entscheidung. Da der SC Neheim aber auch in Zukunft mein Herzensverein bleiben wird, kann Alex Bruchhage auf seine zehn Jahre, die er nun bald bei uns Trainer gewesen sein wird, gerne noch zehn Jahre draufsetzen. Ein Alex Bruchhage wäre für jeden Verein ein Glücksfall, denn er versteht es, immer wieder neue Impulse zu setzen und sein großes Netzwerk clever zu nutzen. Die Arbeit mit ihm hat mir jede Menge Spaß gemacht.“
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match-day.de: Sportlich bestreitet der SC Neheim am Sonntag, den 29. August, endlich wieder ein Punktspiel. Zum Start in die Westfalenligasaison 2021|22 treten die Rot-Weißen bei der SpVgg Hagen 1911 an, die drei Tage später auch ein 45-minütiges Benefizspiel gegen den Bundesligisten Borussia Dortmund austragen wird. Was ist sportlich für den SC Neheim in der bevorstehenden Spielzeit möglich?
Udo Borggrewe: „Auch wenn wir zuletzt Tabellenzweiter geworden sind, muss man klar festhalten, dass wir uns in einer Liga mit Mannschaften befinden, die Ex-Profis verpflichten oder sogar Weltmeister wie Kevin Großkreutz im Kader haben. Daher wäre es für mich eine sehr gute Saison, wenn wir auf Platz fünf einlaufen würden. Wir haben uns im Wesentlichen wieder mit Spielern aus U19-Mannschaften verstärkt, die das Zeug für die Westfalenliga haben, bei uns aber auch Fehler machen dürfen.“
| Serhat Uzun | Zum Profil |
match-day.de: Sie waren in Ihrer aktuellen Funktion auch wieder maßgeblich an der Kaderzusammenstellung für die Saison 2021|22 beteiligt. Welcher Neuzugang wird den SC-Anhängern die größte Freude bereiten?
Udo Borggrewe: „Alle Spieler, die wir verpflichtet haben, haben Talent. Im Rahmen der Vorbereitung hat natürlich Serhat Uzun aufgetrumpft und fast in jedem Spiel getroffen. Bei ihm merkt man, dass er in der vergangenen Saison schon beim BSV Schüren in der Westfalenliga gespielt hat und weiß, wo das Tor steht. Vielleicht ist seine Verpflichtung wieder ein solcher Volltreffer wie im Vorjahr die von Justin Scierski.“




