Foto: Jan Stratmann
Die Entscheidung ist gefallen: Der SV Schmallenberg/Fredeburg hat den TuS Sundern am letzten Spieltag der Bezirksliga Staffel 4 noch vom zweiten Tabellenplatz verdrängt, durch einen 2:0 (0:0)-Erfolg die Vize-Meisterschaft geholt und damit das Ticket für die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation zur Landesliga gesichert. Meister TuS Langenholthausen ging derweil ungeschlagen durch die Spielzeit 2018|19 und beendete eine Fabelsaison mit einem 3:0-Sieg gegen den FC Arpe/Wormbach.
| Francesco Lattanzi | Zum Profil |
150 Zuschauer fanden am Sonntag, den 26. Mai, den Weg auf den Sportplatz am Schmallenberger Schulzentrum, wo es zum Endspiel um die Vize-Meisterschaft in der „Bundesliga des Sauerlandes“ kam. Beide Mannschaften lagen vor dem 30. Spieltag nach Punkten gleichauf – Sundern reichte allerdings ein Unentschieden, da der TuS gegenüber dem Aufsteiger das um vier Treffer bessere Torverhältnis hatte.
Von Beginn an entwickelte sich eine unterhaltsame Partie, in der beide Teams mit offenem Visier zu werke gingen. Sundern gehörte die Anfangsphase, in der Schmallenbergs Torwart Francesco Lattanzi erst einen Freistoß aus dem Winkel kratzen musste (10.) und keine sechzig Sekunden später seine Mannschaft im Eins-gegen-Eins-Duell mit Nils Feldmann vor einem Rückstand bewahrte (11.). Schmallenberg/Fredeburg sorgte in der 16. Minute erstmals für Gefahr, als Emil Mersovski das Ziel knapp verfehlte.
| Chedli Melki | Zum Profil |
Dennoch blieben die Gäste das gefährlichere Team und erspielten sich in der 21. Minute die nächste Großchance. Nils Feldmann legte das Leder auf Pasquale Curcio zurück, der aber ebenfalls am glänzend reagierenden Francesco Lattanzi scheiterte. Erst danach bekamen die Strumpfstädter die Sunderner Angriffe besser unter Kontrolle. Der TuS bekam nicht mehr so viele Räume und hatte in der 37. Minute Glück, als Luca Schörmann nach einem Konter zum Abschluss kam, die Kugel aber knapp über das Gehäuse jagte.

Im zweiten Durchgang erwischte Schmallenberg/Fredeburg den besseren Start, ohne aber in der ersten Viertelstunde nach dem Seitenwechsel zwingend vor Sunderns Torhüter Marc Kinnbacher aufzutauchen. Der Tabellendritte, der für die Vize-Meisterschaft unbedingt gewinnen musste, kontrollierte aber das Geschehen und suchte immer wieder die Schnittstellen in der gegnerischen Hintermannschaft. Richtig gefährlich wurde es allerdings in der 62. Minute auf der Gegenseite, wo Sundern nach einem Foulspiel einen Strafstoß zugesprochen bekam. Francesco Lattanzi ahnte aber die Ecke und parierte den Elfmeter von Chedli Melki.
| Mirko Piechaczek | Zum Profil |
Schmallenberg/Fredeburg lebte somit immer noch und benötigte weiter nur ein Tor, um in der Tabelle an Sundern vorbeizuziehen und sich das Ticket für die Aufstiegsrelegation zur Landesliga zu sichern. Das hätte Luca Schörmann in der 66. Minute beinahe erzielt, verzog aus halbrechter Position aber nur um wenige Zentimeter. So tickte die Uhr weiter für den TuS Sundern, bis schließlich die 84. Minute anbrach, in der plötzlich Mirko Piechaczek vor Marc Kinnbacher auftauchte und die Kugel zur 1:0-Führung für die Hausherren ins Netz lupfte.
Großer Jubel bei den Hausherren, die in der Blitztabelle nun auf Rang zwei vorgerückt waren. Sundern musste nun volles Risiko gehen und hatte in der 87. Minute die große Chance zum Ausgleich, doch Francesco Lattanzi lenkte den Freistoß von Chedli Melki an die Latte. Defensiv hatte der TuS schon vollkommen aufgelöst, als Schmallenberg/Fredeburg noch einmal konterte und Luca Schörmann frei auf das Sunderner Gehäuse zulief, ganz cool blieb und mit dem 2:0 den Sack endgültig zumachte (89.). Schmallenberg/Fredeburg war Vize-Meister, Sundern fiel trotz der besseren Ausgangslage noch auf Rang vier zurück und spielt auch in der kommenden Saison in der Bezirksliga.
| Luca Schörmann | Zum Profil |
„Es war ein tolles Bezirksligaspiel mit Chancen auf beiden Seiten. Francesco Lattanzi hat fantastisch gehalten. Wir haben es gegen so eine Spitzenmannschaft aber sehr clever gemacht und mit viel Speed und Leidenschaft nach vorne gespielt. Nach dem Aufstieg haben wir die Saison 2018|19 mit der Vize-Meisterschaft gekrönt. Unser Erfolg ist kein Glück, sondern einfach hart erarbeitet“, erklärte Schmallenbergs Co-Trainer Emil Mersovski gegenüber match-day.de.

Sunderns Kapitän Sebastian Held stellte klar: „Wir haben die Vize-Meisterschaft nicht gegen Schmallenberg/Fredeburg verspielt, sondern viel früher. Francesco Lattanzi hat überragend gehalten und Schmallenberg/Fredeburg den Sieg geholt. Der Gegner hat einfach eine richtig gute Spielanlage und ist bei Kontern brutal gefährlich. Für uns war es keine einfache Rückrunde, auch wenn wir die Vize-Meisterschaft unnötig und teilweise auch dumm verspielt haben.“
| Sebastian Held | Zum Profil |
„Es war ein Spiegelbild der gesamten Saison. Wenn es gut läuft, können wir zur Pause klar führen. Aber statt die Tore zu machen, bekommen wir sie stattdessen hinten rein“, sagte Carsten Krämer gegenüber match-day.de und ergänzte: „Wir werden jetzt aber nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern uns als Mannschaft mit Sicherheit noch einmal zusammensetzen und den Grill anschmeißen.“
Die weiteren Ergebnisse des 30. Bezirksliga-Spieltages:
VfB Marsberg – BC Eslohe 2:4 (0:3). Durch einen 4:2-Sieg beim VfB Marsberg hat sich der BC Eslohe in der Tabelle noch auf den dritten Tabellenplatz vorgeschoben und damit eine starke Saison erfolgreich abgeschlossen. Die Blau-Weißen sorgten im Abschiedsspiel von VfB-Coach Paul Bender frühzeitig für klare Verhältnisse und gingen nach Toren von Raphael Müller (8.), Justus Sapp (10.) und Philip Eickhoff (25.) mit einer 3:0-Führung in die Pause. Kevin Kraemer schaffte zu Beginn der zweiten 45 Minuten den Anschlusstreffer für die Hausherren (47.), doch Joan Nieswand antwortete fast postwendend mit dem 4:1 (50.). Den letzten Treffer des Spiels erzielte aber der VfB, der durch das Tor von Marco Kraemer in der 66. Minute zumindest die zweite Halbzeit gewann. „Es war ein kurioses Spiel. Wir hatten Chancen zur Führung, liegen zur Pause aber mit 0:3 zurück. Danach hat es der Gegner clever gemacht. Für mich ist es jetzt nach zwölf Jahren Schluss, was in diesem Moment auch etwas schade ist“, sagte Paul Bender. Eslohes Trainer Jan Hüttemann lobte: „Auch wenn Marsberg nie aufgesteckt haben, haben wir relativ zügig für Klarheit gesorgt und das Spiel spätestens mit dem 4:1 entschieden. Dass wir am Ende als Dritter ins Ziel einlaufen, ist aller Ehren wert. Wenn man bedenkt, welche Leistungsträger wir vor Saisonbeginn verloren haben und wir am Ende vor Mannschaften wie Sundern oder Langscheid/Enkhausen stehen, können wir mit dem Erreichten mehr als zufrieden sein.“
| Janik Hülsmann | Zum Profil |
TuS Müschede 07 – TuRa Freienohl 0:4 (0:3). Der TuS Müschede 07 hat sein letztes Spiel als eigenständiges Team mit 0:3 gegen TuRa Freienohl verloren. Der bereits seit Wochen als Absteiger feststehende Tabellenletzte lag bereits nach elf Minuten mit 0:2 zurück, da Marc Werner, der seine aktive Laufbahn im Sommer beenden wird und in seinem letzten Spiel noch einmal traf (10.), und Janik Hülsmann (11.) mit einem Doppelschlag die Weichen für Freienohl stellten. Im Anschluss diktierten die Gäste das Geschehen und trafen durch Steffen Müller in der 29. Minute gleich zwei Mal die Latte, ehe der 29-Jährige kurz vor dem Pausenpfiff dann doch auf 3:0 stellte (45.). Janik Hülsmann besorgte in seinem letzten Spiel für TuRa dann noch mit seinem zweiten Treffer des Tages den 4:0-Endstand (58.). „Es war ein in keiner Phase des Spiels gefährdeter Sieg. Wir hatten gefühlt dreißig Chancen und hätten deutlich höher gewinnen müssen. Wir haben unser Saisonziel, einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen, erreicht und gehen daher mit einem positiven Gefühl in die Sommerpause“, erklärte Freienohls Trainer Freddy Quebbemann. Müschedes Coach Daniele Murgo berichtete: „Wir haben auch in der Höhe verdient verloren. Einige Jungs befanden sich gedanklich leider schon in der Sommerpause. Wir müssen jetzt nach vorne schauen.“
SF Hüingsen – SV Oberschledorn/Grafschaft 1:0 (1:0). Einen knappen 1:0-Sieg verbuchten die SF Hüingsen zum Kehraus gegen den SV Oberschledorn/Grafschaft. Der Aufsteiger war bereits in der zwanzigsten Minute durch ein Tor von Tobias Maier in Führung gegangen und gab diesen Vorsprung in der darauffolgenden Spielzeit nicht mehr aus der Hand. Damit beendete Hüingsen die Saison 2018|19 mit 41 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz und zog noch an Mitaufsteiger FSV Bad Wünnenberg/Leiberg vorbei.
| Falk Fischer | Zum Profil |
TuS Langenholthausen – FC Arpe/Wormbach 3:0 (0:0). Der TuS Langenholthausen hat das Kunststück fertig gebracht und die Saison 2018|19 ohne eine einzige Niederlage beendet. Der beste Bezirksligameister aller Zeiten fuhr am 30. Spieltag den 28. Sieg ein und verabschiedete sich mit einem 3:0-Erfolg über den FC Arpe/Wormbach in Richtung Landesliga. Allerdings taten sich die Grün-Weißen lange Zeit schwer. Erst als Schiedsrichter Chris Nielinger entscheidend eingriff und FC-Keeper Julian Herrn nach einem Handspiel außerhalb des Strafraums mit der roten Karte vom Feld schickte, nutzte Langenholthausen die zahlenmäßige Überzahl und schoss durch einen lupenreinen Hattrick von Falk Fischer einen klaren Heimsieg heraus (77., 83. und 88.). Letzten Endes reichte es für den TuS-Angreifer aber nicht mehr, um noch die Torjägerkanone zu gewinnen – Langscheids Rejhan Zekovic kann nach Saisonende mit 31 Toren einen Treffer mehr vorweisen. „Wir waren bis zur 76. Minute auf Augenhöhe und hatten die besseren Chancen. In Unterzahl waren die drei Schüsse von Langenholthausen, die auf unser Tor kamen, leider drin. Trotzdem war das sensationell, was die Truppe im letzten Spiel noch einmal abgerissen hat. Glückwunsch aber an Langenholthausen für eine grandiose Saison“, sagte FC-Coach Jens Richter.
SuS Langscheid/Enkhausen – SV Herdringen 6:0 (4:0). Mit einer 0:6-Klatsche beim SuS Langscheid/Enkhausen hat sich der SV Herdringen aus der Bezirksliga Staffel 4 verabschiedet. Der Absteiger befand sich an der Sorpe bereits zur Pause auf der Verliererstraße, da Lukas Kessler (11.) und Tom Jenke (13.) frühzeitig eine 2:0-Führung für die Hausherren herausgeschossen hatten, die Robyn Schoppe (40.) und Faruk Cakmak (44.) kurz vor der Pause auch noch auf 4:0 ausbauten. Nach dem Seitenwechsel machten Mike Davids (59.) und Lukas Ullmann (74.) das halbe Dutzend für die Langscheider voll.
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SF Birkelbach – SG Serkenrode/Fretter 5:2 (4:1). Die SF Birkelbach haben zum Abschluss einen 5:2-Erfolg gegen die SG Serkenrode/Fretter eingefahren. Die Blau-Gelben beendeten die Saison 2018|19 damit auf dem elften Tabellenplatz und wurden in der Rückrundentabelle sogar Fünfter. Raimund Wolf (4. und 41.), Daniel Spies (24.), Jonas Völkel (31.) und Joey Dohle (57.) trafen für die Hausherren, die zwischenzeitliche die Gegentore von Felix Schmidt-Holthöfer (39./FE) und Robin Schmidt (87.) hinnehmen mussten.




