Auf bitterste Art und Weise ist am Sonntag, den 26. Mai, die achtjährige Westfalenliga-Zugehörigkeit des SC Neheim zu Ende gegangen. Trotz eines 4:0 (1:0)-Erfolgs im abschließenden Saisonspiel beim Lüner SV müssen die Rot-Weißen den Gang in die Landesliga antreten, da im Vergleich zum punktgleichen DSC Wanne-Eickel ein einziges Tor den Ausschlag zu Ungunsten des SC gibt.
Reichlich Spannung steckte im letzten Spieltag der Westfalenliga Staffel 2, an dem insgesamt sieben Mannschaften noch um den Klassenerhalt kämpften. Dick mit in der Verlosung war der SC Neheim, der als Tabellenvierzehnter in das Saisonfinale ging und das Erreichen des großen Saisonziels nicht zwingend in der eigenen Hand hatte. Klar war vor Anpfiff ob der komplizierten Konstellation nur, dass vor allem ein klarer Sieg in der altehrwürdigen Schwansbell-Kampfbahn die Chancen auf den Ligaverbleib deutlich erhöhen würden.
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Julian Kellermann | Zum Profil | ![]() |
140 Zuschauer bekamen deshalb im Norden Dortmunds im ersten Durchgang eine Partie zu sehen, in der es die Gäste waren, die das Heft in die Hand nehmen wollten. Johannes Thiemann gab dabei früh die Richtung vor, in die es gehen sollte, und zwang Lünens Schlussmann Alexander Rothkamm schon nach zwei Minuten zu einer starken Parade. Und mit zunehmender Spieldauer wurden die ganz in rot gekleideten Sauerländer auch immer mutiger, doch Gianluca Greco, der die Kugel aus 16 Metern über den Kasten jagte (17.), und Jonas Janetzki, der einen Kopfball knapp vorbeisetzte (21.), ließen die nächsten guten Möglichkeiten liegen.

Danach flachte der Neheimer Offensivdrang aber etwas ab. Lünen trat offensiv zwar nahezu nicht in Erscheinung, schaffte es ab Mitte der ersten Halbzeit aber, mehr Struktur in die Arbeit gegen den Ball zu bringen und so den SC vom eigenen Kasten fernzuhalten. Entsprechend bahnte sich die Gäste-Führung durch Julian Kellermann in der 39. Minute nicht unbedingt an, wurde aber von den Neheimern dankend angenommen. Der mit aufgerückte Mittelfeldspieler hatte Glück, dass ihm die Kugel nach einem geschlagenen Luftloch doch noch einmal vor die Füße sprang und drückte sie aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie.
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Gianluca Greco | Zum Profil | ![]() |
Zugleich war das so etwas wie der Startschuss für den SC Neheim, an einen klaren Sieg beim Tabellensiebten zu glauben. Und dieser Hoffnung hätten die Rot-Weißen noch vor der Pause weitere Nahrung geben können, als Schiedsrichter Thorsten Kleiböhmer nach einem Halten von Gianluca Greco zurecht auf Strafstoß entschied. Die dicke Chance auf das 2:0 konnte Johannes Thiemann in seinem letzten Spiel für den SC aber nicht nutzen, denn den mit viel Wucht geschossenen Elfmeter nagelte der zukünftige Finnentroper in der 43. Minute an den Querbalken.
Spieldetails
Somit ging es nur mit einer knappen Führung für Neheim in die Pause, zu der eine Rettung noch nicht wirklich in Sichtweite war, da der DSC Wanne-Eickel im Parallelspiel gegen die SpVgg Horsthausen ein 2:0 vorgelegt hatte. Alle anderen einholbaren Mannschaften mit Ausnahme von Herbstmeister TuS Erndtebrück, der mit dem Pausenpfiff gegen Holzwickede in Rückstand geraten war, hatten in der Blitztabelle derweil mehr Punkte als der SC auf dem Konto, sodass es für die Mannschaft des scheidenden Trainers Alex Bruchhage im zweiten Abschnitt weiterhin nur mit Vollgas Richtung Lüner Tor gehen konnte.
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Lukas Wulf | Zum Profil | ![]() |
Diese Marschrichtung schlug Neheim dann aber vom Wiederanpfiff an ein und brannte gegen einen immer mehr im Sommerfußball versinkenden Gegner in den zweiten 45 Minuten ein regelrechtes Offensivfeuerwerk ab. Angespornt vom 2:0, das Gianluca Greco in Minute 50 nach Zuspiel von Riad Xhaka erzielt hatte, bekamen die Zuschauer regelrechten Einbahnstraßenfußball zu sehen. Julian Kellermann hätte in der 58. Minute auf 3:0 stellen müssen, was beim anschließenden Eckball aber auch für den völlig frei zum Kopfball kommenden Felix Fleck galt (59.). Der traf dann zwar nach einer Freistoß-Flanke von Johannes Thiemann (62.), doch das Tor fand aufgrund einer knappen Abseitsstellung keine Anerkennung.

Neheims Offensivpower gegen eine Lüner Mannschaft, die Auflösungserscheinungen offenbarte, tat das aber keinen Abbruch, denn Julian Kellermann tauchte wiederum nur fünf Minuten später mutterseelenallein im Strafraum auf, fand aber wieder kein Vorbeikommen an Alexander Rothkamm. Die anschließende Ecke brachte durch Lukas Wulf am kurzen Pfosten dann aber das überfällige 3:0, sodass dem SC noch 22 Minuten plus Nachspielzeit blieben, um die Tordifferenz im Vergleich zur Konkurrenz noch auf seine Seite zu ziehen (68.).
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Tom Wonneberger | Zum Profil | ![]() |
Entsprechend rannte die Bruchhage-Elf in der Schlussphase weiter an und erzielte in der 77. Minute durch den eingewechselten Tom Wonneberger sogar das 4:0. Doch auch dieser Treffer reichte noch nicht, da der DSC Wanne-Eickel inzwischen mit 3:1 gegen die SpVgg Horsthausen vorne lag, wodurch beide Kontrahenten nun punkt- und torgleich waren. Entsprechend zählte ab diesem Moment der direkte Vergleich, den der DSC nach 2:0-Hinspielsieg und 0:1-Niederlage im Rückspiel aber knapp für sich entschieden hatte.

Neheim musste in Lünen also auch noch den fünften Treffer erzielen und hatte in der 90. Minute noch eine dicke Möglichkeit. Alexander Rothmann lenkte den wuchtigen Freistoß von Johannes Thiemann aber um den Pfosten. Und da die fünfminütige Nachspielzeit dem nun alles nach vorne werfenden SC keinen weiteren Treffer einbrachte, musste nach Abpfiff auf dem Rasen auf den Zwischenstand in Wanne-Eickel geschaut werden. Der DSC erhöhte in der 88. Minute zwar auf 4:1, fing sich aber postwendend noch das zweite Gegentor ein. Somit hätte ein weiteres Horsthauser Tor den Neheimern noch den Klassenerhalt beschert, doch um 17:07 Uhr stand dann fest, dass Neheim den Traum vom neunten Westfalenligajahr in Folge haarscharf verpasst hat.
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Westfalenliga Staffel 2 – Spielplan & Tabelle | Zur Liga | ![]() |
Riesig war demzufolge die Enttäuschung im SC-Lager, die Alex Bruchhage nach seinem letzten Spiel als Neheimer Trainer auch zum Ausdruck brachte: „Ich habe schon viel erlebt, aber viel extremer und bitterer geht es eigentlich nicht. Wir hatten eine Vielzahl an Torchancen und hätten angesichts der Möglichkeiten einfach noch viel höher gewinnen müssen. Am Ende des Tages haben wir ein Tor zu wenig geschossen, was die Mannschaft nach der überragenden Rückrunde und der riesengroßen Aufholjagd nicht verdient hat. Ich kann vor jedem Einzelnen nur den Hut ziehen, denn wir haben bis zur letzten Sekunde alles dafür getan, in dieser Liga zu bleiben. Dass es mit 37 Punkten, 27 Zählern in der Rückrunde und 16 Punkten aus den letzten sechs Spielen nicht gereicht hat, ist unfassbar bitter.“











